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OÖN vom 17.12.2010 PHILIPP HIRSCH
Oberösterreicher des Tages: Kurier mit wasserdichten Socken

Foto: Philipp Hirsch
Schneesturm und Zentimeter hoher Matsch. Wie kommt ein Fahrradkurier
durch einen Winter wie diesen? Wasserdichte Socken und Kleidungsschichten
im Zwiebelstil helfen zumindest ein wenig. "Bei minus 15 Grad bin ich auch
schon gefahren, da geht's aber nur noch mit Gesichtsmaske", sagt Thomas Gruber.
Seit acht Jahren ist der drahtige Linzer als Fahrrad-Kurier in der
Landeshauptstadt für das "Velo-Team" unterwegs. Von Entwürfen für
Werbeagenturen bis zu einem Laib Leberkäse für eine Feier hatte er schon alles
auf dem Rad. Sein Dienst dauert normalerweise von 8 bis 18 Uhr.
Während dieser Stunden steht er immer auf Abruf bereit, um sich im Bedarfsfall
mit halsbrecherischer Akrobatik und mit Tempo 30 durch den Verkehr zu
schlängeln. "Etwas Schnelleres als einen Fahrrad-Kurier gibt es in einer Stadt
nicht", sagt der Linzer mit einem gewissen Stolz in der Stimme.
Der 31-Jährige ist zufällig beim Kurierdienst gelandet. Wie bei den meisten
Rad-Kurieren ist es auch bei ihm ein Nebenjob. 20 bis 25 Stunden in der Woche
ist er auf den Spuren des griechischen Götterboten Hermes unterwegs. Eigentlich
ist Gruber Student der Kultur- und Sozialanthropologie in Wien.
Die ersten Monate auf dem Fahrrad waren für ihn sehr anstrengend. "Da bin ich
um 18 Uhr heimgekommen und um 19 Uhr todmüde ins Bett gefallen", sagt Gruber.
Die Weihnachtszeit ist bei den Kurieren die stressigste Zeit des Jahres.
Auch während des kurzen Gesprächs mit den OÖNachrichten steht sein Telefon
fast keine Sekunde still. Alles Mögliche will schließlich, bevor das Christkind
kommt, von A nach B gebracht werden.
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